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Wozu eigentlich wählen gehen?

Montag, 18.Juni 2012 von

Aktuelles

Bis zu den Hochschulwahlen vom 3.-5. Juli erwartet euch in den kommenden Wochen eine Flut von Werbung der einzelnen Listen, die um eure Stimme werben.

Wie soll man da noch den Überblick behalten? Ein Wahl-O-Mat für die Hochschulwahlen ist schließlich noch nicht erfunden. Das wichtigste Argument trotz jeglicher Verwirrung und möglichem Desinteresse wählen zu gehen, ist die Erhöhung der Legitimation. Ihr stärkt euren Vertreter_innen mit einer hohen Wahlbeteiligung den Rücken für Gespräche und Verhandlungen in allen Gremien der Uni und darüber hinaus. Sei es im Fakultätsrat, im Gespräch mit der Uni-Leitung oder im Gespräch mit dem Ministerium für Wirtschaft, Forschung und Kultur. Jede Stimme hilft ein Gewicht für die Interessen der Studierenden aufzubauen. Sei es bei der Durchsetzung von endlich zwei regulären Prüfungsterminen je Semester, der Durchsetzung eines besseren Freiversuchs oder der Verhinderung von weiteren Kürzungen im Hochschulbereich.
Was wird denn eigentlich gewählt?

1. wird der Senat gewählt, in welchem zwei Studierende die gesamte Studierendenschaft vertreten werden. Bei dem Stimmübergewicht von 6 Dozierenden in dem Gremium wird klar, dass die Stimme klug vergeben werden sollte. Hier sind Persönlichkeiten gefragt, die es verstehen die Dozierenden und andere Mitglieder des Senats zu überzeugen. Verbesserungen für eure Situation bringen auch Verbesserungen für die Ziele der Uni Potsdam. Das ist nicht allen Senatsmitgliedern so klar und muss daher überzeugend rüber gebracht werden. Hier wird z.B. auch der Ordnungsrahmen für eure Studienordnungen festgelegt.

2. wird das Studierendenparlament (StuPa) gewählt. Ihr habt euch schon mal gefragt was mit euren 10 Euro Beitrag (Teil der Semestergebühren) für die Studierendenschaft passiert? Fast 30 Studierende treffen sich alle 3 Wochen um darüber zu beraten was für euch damit sinnvolles getan werden sollte. Das StuPa bestimmt auch die Mitglieder des Exekutiv-Organs der Studierendenschaft, den AStA. Auch hier sollte gut überlegt werden, wem man die Entscheidung über 450.000 Euro im Jahr überlassen möchte und wer dieser Verantwortung gerecht werden kann. Beim AStA bzw. StuPa kann jede(r) Studierende Anträge zur Finanzierung von Projekten stellen, die sie gerne durchführen würden. Natürlich nicht für Projekte ohne Bezug zur Studierendenschaft.

3. werden Fakultätsräte gewählt. Die studentischen Vertreter_innen sind hier ebenso in der Unterzahl wie im Senat. Alle Entscheidungen die mit Lehre und Forschung an der Fakultät zu tun haben gehen durch dieses Gremium. Habilitationen, Berufungsvorschläge, Stuktur- und Entwicklungspläne, …. Bei der Fülle an verschiedenen Aufgaben ist ein wirkliches Allround-Talent gefordert. An dieser Stelle wird auch über eure Prüfungstermine und wie viele es für jeden Kurs geben soll abgestimmt.

4. werden die dezentralen Gleichstellungsbeauftragten (GSB) gewählt. Der Titel verrät eigentlich schon alles. Es geht um die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern. Die GSB beraten verschiedene Gremien der Universität hierzu. Als eine Leitlinie dient das Gleichstellungskonzept der Universität Potsdam. Mittlerweile promovieren an der Uni Potsdam mehr Frauen als Männer, aber in höheren Funktionen wie Dekan oder im Uni-Präsidium sind Frauen dann ungerechtfertigt unterproportional vertreten.

5. werden an einigen Fakultäten Fachschaftsräte gewählt. Die FSRe sind euch sicherlich vertraut. Wenn nicht, dann sucht bei Fragen rund um das Studium einfach mal euren FSR auf. Hier gibt es erfahrene Studierende, die euch gerne weiterhelfen. Fragt doch mal bei eurem FSR nach, wann die nächste Wahl ist. I.d.R. suchen die immer Studierende, die sich mit engagieren wollen. Euer FSR ist der erste Ansprechpartner in Sachen Studienordnung und etwaigen Problemen in eurem Studiengang.

Ganz schön viele Entscheidungen auf einmal! Aber keine Sorge. Ihr werdet genug Kontaktwillige Studierende an deren Wahlkampfständen antreffen. Haltet ruhig mal an und hört zu, was diese angehenden Vertreter_innen gerne bewirken möchten. Auf den zweiten Blick betrifft es nämlich auch euch. Generell gilt auch, dass Menschen mit ihren Aufgaben wachsen. Also scheut euch auch nicht, Kommiliton_innen eure Stimme zu geben, die engagiert, aber noch unerfahren sind.

Wenn ihr weitere Fragen habt: schaut doch mal in die Grundordnung der Universität Potsdam. Dort finden sich einige Erklärungen und Anhaltspunkte für weitere Recherche.

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